Tipp: Urlaub – wenn die schönste Zeit im Jahr Stress auslöst

Urlaub? „Wie jetzt, es geht doch hier um smartes Arbeiten!“, werden Sie jetzt in einem ersten Impuls vielleicht denken. Unsere Antwort darauf: „Genau!“. Denn zu einer guten Performance im Arbeitsleben gehören neben smarten Tools und effizienten Prozessen auch ein gesunder und ausgeruhter Körper und Geist. Und genau dafür ist der Urlaub da. Erholen, ausspannen, Abwechslung erleben und Kraft tanken. So gehen die täglich neuen Herausforderungen danach wieder leichter von der Hand.

Was aber nun, wenn der Urlaub Stress mit sich bringt? „Vorfreude ist oft die schönste Freude“, sagt der Volksmund. Bei vielen Menschen jedoch ist das im Urlaubsfalle nicht immer der Fall. Es entstehen oft negative Gedanken. „Schaffe ich noch alles bis dahin?“ oder „Habe ich alles geschafft?“, „Habe ich etwas vergessen?“ bis hin zu „Ich hasse Kofferpacken!“

Kennen Sie so? Urlaub und Stress? Das sollte bitte nicht sein! Hier ein paar selbst und langjährig erprobte Tipps, wie die Erholung rundherum gelingen kann.

VOR dem Urlaub

  1. Zeitplanung

Planen Sie Ihre Zeit vor dem Urlaub gut. Unsere Empfehlung ist, nicht bis zum letzten Tag vor dem Urlaub zu arbeiten – oder gar direkt aus dem Büro ins gepackte Auto zu steigen, um erstmal Richtung Brenner oder Küste aufzubrechen. Ein, zwei Tage vor der Abreise zu Hause sein, bringt „Ruhe ins Geschehen“. Zeitung abbestellen, Nachbarn informieren, letzte Einkäufe für den Urlaub, gegebenenfalls das Auto vorbereiten – alles in Ruhe und ohne Stress! Machen Sie einen Donnerstag und Freitag vor Ihrem Urlaub frei, so ist Ihre letzte Arbeitswoche nur vergleichsweise „kurz“.

2.  Der letzte Arbeitstag vor dem Urlaub

Bei meinem ersten Arbeitgeber gab es eine Regel: „Open End beim letzten Arbeitstag vor dem Urlaub“. Was sich erstmal vielleicht komisch anhört, ist tatsächlich effektiv und bereitet durchaus ein sehr schönes und befreiendes Gefühl, wenn man alles geschafft hat und dann das Licht der Schreibtischlampe für den Urlaub ausknipst. Es galt, erst dann zu gehen, wenn wirklich alles gut für die Abwesenheit erledigt oder vorbereitet ist. Sogar wenn es bis 21:00 oder gar bis 23:00 Uhr dauern sollte, hat man gemäß Tipp 1 den nächsten Tag frei, um stressfrei ausschlafen und sich um die letzten Vorbereitungen für den Urlaub kümmern zu können. Dieses Vorgehen ist nicht nur hilfreich für die eigene Psyche („Ich habe alles geschafft, im Urlaub kann mir nichts auf die Füße fallen und wenn ich zurückkehre, werde ich keine böse Überraschung erleben“), sondern zudem auch für die Kollegen*, die im besten Falle gar nichts von Ihnen in Ihrer Abwesenheit übernehmen müssen, und wenn doch, dann eben gut vorbereitet. Somit erwarten Sie bei Ihrer Rückkehr nicht nur keine bösen Überraschungen sondern auch keine bösen Kollegen.

3. Koffer packen

Viele Menschen hassen es, Koffer zu packen. Ich auch! Tipp 1 lindert den dadurch erzeugten Stress bereits deutlich. Wenn das aber nicht ausreicht (was bei mir der Fall ist), gibt es vielleicht eine liebe Person, die das für Sie übernimmt. Falls auch das nicht möglich oder gewünscht für Sie ist – wussten Sie eigentlich, dass Koffer-pack-Seminare angeboten werden? Alle, die Kofferpacken nicht mögen … wir sind wirklich nicht alleine damit!

4. Checkliste

Vor dem Urlaub soll es möglichst nicht „drunter und drüber“ gehen – geht es manchmal aber eben doch. In solchen Fällen hilft eine Checkliste Wunder. Schreiben Sie alles auf, was vor dem Urlaub erledigt und (!) eingepackt werden muss. Damit sind nicht „Jeans und Schuhe“ gemeint, sondern wenn ein Radurlaub bevorsteht, dann z. B. „Helm und Handschuhe“. Außerdem Punkte wie Blumen gießen, Nachbarn Bescheid geben, verderbliches aus dem Kühlschrank nehmen, Wasser abdrehen, TV stromlos, Medikamente und Reiseapotheke. Verfassen Sie diese Tabelle unbedingt elektronisch. So muss sie nur einmal erstellt werden und kann für jeden nachfolgenden Urlaub wieder recycelt und ggf. weiterentwickelt werden. Ich drucke mir die Liste vor jedem Urlaub aus. Dann kann jedes Familienmitglied direkt sehen, was noch offen und zu tun ist. Blumen gegossen? Super, Haken dran! Irgendwann ist dann alles abgehakt und schon kann es losgehen in den wohlverdienten Urlaub.

WÄHREND des Urlaubs

5. Urlaubsgestaltung

Hier beurteilt natürlich jeder seinen Urlaub anders, also, wann, wie und warum er gelungen ist. Daher sind die folgenden Tipps eher als Gedankenspiele zu verstehen:

  • Auszeit gönnen und planen. Unternehmen Sie schöne Sachen, die ungewöhnlich sind und für gute Erinnerungen sorgen. Ruhig auch mal etwas Anstrengendes versuchen! Ein Erfolg dabei schafft Zufriedenheit, ein Misserfolg Motivation, es beim nächsten Versuch besser zu machen. Setzen Sie sich Ihre Ziele dabei immer realistisch! Diese Erinnerungen sorgen später dafür, dass der Urlaub noch immer positiv nachwirkt, wenn Sie schon lange wieder daheim sind.
  • Im Familienurlaub auch „Paar-Zeit“ vorsehen und für z. B. Kinderbetreuung sorgen – das gefällt nicht nur den Erwachsenen sondern ist ziemlich sicher auch für die Kinder mal ein abwechslungsreiches Abenteuer unter Gleichaltrigen!
  • Warum eigentlich nicht mal alleine verreisen und sich in dieser Zeit ausschließlich auf sich besinnen? Das stärkt nicht nur das eigene Wohlbefinden sondern tatsächlich auch die Partnerschaft, wenn man sich nach dem Urlaub wieder so richtig aufeinander freuen kann.

NACH dem Urlaub

6. Wieder ankommen

Hier gilt das gleiche, wie vor dem Urlaub. Planen Sie ausreichend Zeit ein, um wieder zu Hause „anzukommen“. Wenn Sie abends um 23:00 Uhr in Ihrer Garage nach einer 500 km-Fahrt müde aus dem Auto aussteigen oder am Flughafen noch am Kofferband warten und am nächsten Morgen bereits um 08:30 Uhr wieder fit im Office stehen müssen, ist die Erholung schneller weg, als Sie bis drei zählen können. Also: auch nach dem Urlaub noch ein bis zwei Tage freihalten, an denen Sie zu Hause alles in Ruhe erledigen können. Wählen Sie hierfür einen Montag und Dienstag, so ist Ihre erste Arbeitswoche nach dem Urlaub erholsamkeitserhaltend kurz.

7. Checkliste II

Kommen wir zum Abschluss zurück zu dem Tipp 4. Meine Checkliste hat eine „vor“- und auch eine „nach“-dem-Urlaub-Spalte. Der Ausdruck mit allen „Erledigt-Markierungen“ liegt nach der Heimkehr noch immer da – das hilft ungemein, wichtige Dinge wieder „zurückzudrehen“. So wird nichts vergessen.

 

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen und Ihren Familien einen besonders gelungenen Urlaub und eine tolle Ferienzeit. Kommen Sie gesund, erholt und stressfrei wieder nach Hause!

 

* Aus Gründen der Lesbarkeit wird bei Personenbezeichnungen die männliche Form gewählt, es ist jedoch immer auch die weibliche Form gemeint.